Schwingen ist eine besondere Variante von Freistilringen, bei der man auf Sägemehl gegeneinander antritt. Es wird fast nur in der Schweiz betrieben. Komm mit Brunos durch die Schwingsaison und erlebe mit uns diesen ganz besonderen Sport. In diesem Beitrag erklären wir dir das Wichtigste zum Schwingsport.
Wie das Schwingen entstanden ist, weiss man nicht genau. Sicher ist nur, dass es diesen Sport seit mindestens 700 Jahren gibt. Erste Zeichnungen datieren bis ins 13. Jahrhundert zurück und zeigen Personen, die «Griffe fassen». Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, so sagt man, seien Alphirten die ersten richtigen Schwinger der Geschichte gewesen und hätten auf der Alp am Sonntag jeweils ihre Kräfte gemessen. Mit der Zeit wurde der «Kampf der Hirten und Bauern» immer mehr zum Nationalsport, der heutzutage alle Bevölkerungsschichten begeistert und in Verbänden mit klaren zeitgemässen Wettkampfregeln organisiert ist.
Schwingfest
Die Schweiz ist in fünf Teilverbände aufgeteilt, die regionale Wettkämpfe organisieren. Man unterschiedet zwischen Kantonalschwingfest, Teilverbandsschwingfest, Bergkranzfest und dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF). Alle drei Jahre findet das grösste Fest, das Eidgenössische, statt und wird jeweils von einem der Teilverbände organisiert. Die Organisation eines Schwingwettkampfs unterliegt den strengen Regeln des Eidgenössischen Schwingerverbands (ESV).
Antreten
Es treffen jeweils zwei Schwinger ohne Gewichts- und Alterseinteilung in der Wettkampfarena auf einem Sägemehlring in einem «Gang» aufeinander. Ein Einteilungsgericht hat vorgängig die Paarungen bestimmt, Kampfrichter bewerten das Geschehen im Sägemehl. Je nach Grösse des Schwingfestes dauert ein Gang zwischen vier und 16 Minuten. Sennenschwinger sind ländliche Athleten. Sie treten mit dunkler Hose und farbigem (Edelweiss-)Hemd an und üben ihren Sport in reinen Schwingclubs aus. Turnerschwinger stammen eher aus städtischen Gegenden, sind im Turnverein aktiv und machen noch weitere Sportarten. Sie tragen eine weisse Hose und ein weisses Shirt. Beide tragen sie die typischen robusten Überhosen, an denen sie den Gegner greifen.
Wie gewinnt man?
Sobald ein Schwinger mit dem ganzen Rücken vom Gesäss her bis Mitte der Schulterblätter oder vom Nacken bis Mitte der Schulterblätter im Sägemehl liegt, ist der Gang beendet. Kann keiner der beiden den anderen besiegen, endet der Kampf nach Ablauf der Zeit. Ein Kampf kann auch unentschieden enden, dann gibt es einen «Gestellten».
Punkte
Für die Art und Weise, wie dieses Resultat entsteht, werden Punkte vergeben. Dabei wird die Notenskala 8.50 bis 10.00 verwendet. Ein gewonnener Gang gibt Noten von 9.75 bis 10.00. Ein unentschiedener Gang wird mit 8.75 bis 9.00 benotet, ein verlorener Gang mit 8.50 bis 8.75. Der Schwinger mit der höchsten Gesamtpunktezahl gewinnt am Ende das Schwingfest. Ein Schwinger bestreitet normalerweise sechs Gänge an einem Tag – Ausnahme: Das Eidgenössische Schwingfest, da sind es acht Gänge an zwei Tagen. Die ersten zwei Gänge nennt man Anschwingen, die folgenden zwei Ausschwingen und die beiden letzten Gänge heissen Ausstich.
Schlussgang
An Eidgenössischen Schwingfesten scheiden jeweils nach vier und sechs Gängen Schwinger aus. Nach fünf Gängen – bei einem Eidgenössischen nach sieben Gängen – treten die beiden Schwinger mit der höchsten Punktzahl zum Schlussgang gegeneinander an. Haben vor dem Schlussgang mehrere Schwinger gleich viele Punkte erreicht, entscheidet das Einteilungsgericht über die Paarung und auch über die Gangdauer. Wer den Schlussgang eines Eidgenössischen gewinnt, wird zum «Schwingerkönig» ernannt und erhält als Preis einen Muni (Stier). Die anderen Teilnehmer dürfen sich in einem grossen Gabentempel attraktive Preise aussuchen. Übrigens: Wer Schwingerkönig ist, bleibt dies sein Leben lang. Es gibt keine «Ex-Schwingerkönige».
Kranzschwinger
Ein Kranz ist kein materieller Preis, sondern eine ehrenvolle Auszeichnung. Er besteht aus Eichenlaub, symbolisiert die Zugehörigkeit zur nationalen Schwinger-Elite und wird dem Schwinger von einer Ehrendame überreicht. Um einen solchen Kranz zu gewinnen, muss an einem Schwingfest eine bestimmte Anzahl Punkte erreicht werden. Das schaffen jeweils nur etwa die besten 15 % bis maximal 18 % der Schwinger. Kränze von Bergkranzfesten und dem ESAF sind dabei besonders begehrt. Gewinnt ein Teilnehmer einen Kranz, darf er sich fortan Kranzschwinger nennen. Wer an einem Eidgenössischen Schwingfest einen Kranz holt, ist ein «Eidgenosse» und gehört damit zur Schwinger-Elite.
Schwingen ist Tradition
Schwingen ist so viel mehr als nur ein Sport! Schwingen ist Tradition, Kraft, Urtümlichkeit, Folklore und Emotion pur. Was das Schwingen so einzigartig macht: An den Festen gibt es sowohl bei den Athleten als auch bei den Zuschauenden zahlreiche Abläufe und ungeschriebene Regeln oder Rituale. Die Schwinger geben sich beispielsweise vor und nach dem Gang die Hand – als Zeichen der Fairness und der gegenseitigen Achtung. Zudem bekommt der Verlierer immer vom Sieger den Rücken abgewischt. Die Zuschauenden trotzen jedem Wetter, respektieren die Entscheide der Kampfrichter ohne Buhen oder Pfeifen und teilen sich schon mal solidarisch Mahlzeiten oder einen Schnupf, auch wenn man sich nicht kennt. Diese Atmosphäre ist es, die auch Brunos so fasziniert. Daher unterstützen wir den Schwingsport seit vielen Jahren mit Naturalsponsorings. Denn unsere feinen Salatsaucen und Gewürzbutter sind genauso schweizerisch, bodenständig und lokal verwurzelt wie die Schwingszene.
Falls du mehr übers Schwingen wissen möchtest, lies einfach unseren anderen spannenden Blogbeiträge.