Brunos begleitet und unterstützt den Schwingsport schon seit vielen Jahren – sei es durch die langfristige Partnerschaft mit Schwingerkönig Joel Wicki, Naturalsponsorings mit Brunos Salatsaucen oder die Nachwuchsförderung. Es ist diese ganz besondere Folklore-Atmosphäre, geprägt von Tradition, gegenseitigem Respekt und Fairness, die uns so fasziniert. Komm mit Brunos durch die Schwingsaison und erfahre, was diese Begriffe aus dem Schwingsport bedeuten und wie man sich auf und neben dem Schwingplatz verhält.
1. Paarung
Für Schwingfeste gibt es keinen vorbestimmten Spielplan. Das Kampfgericht oder Einteilungsgericht teilt nur die Paarungen, also die Zweikämpfe, für den ersten Gang ein. Dies geschieht nach Qualifikation der Athleten, sodass idealerweise sportlich faire und spannende Wettkämpfe entstehen. Im Anschwingen lässt man gerne die stärksten Schwinger gegeneinander antreten. Im weiteren Verlauf des Schwingfestes teilt das Kampfgericht die Gänge anhand der erzielten Punktzahl ein.
2. Zwilch
Die spezielle Überhose, die die Sägemehlathleten tragen, heisst Zwilchhose. Sie besteht aus robustem Leinenstoff und wird in Handarbeit von einem Sattler hergestellt. Die Hose hat vorne und hinten je einen Einschnitt und wird durch einen breiten Gurt zusammengehalten. Die Schwinger greifen ihre Gegner am Gestöss (Beinabschluss) oder am Gurt. Bei Schwingfesten fällt auf: Die Hosen haben unterschiedliche Farben. Bei einem Kampf trägt derjenige Schwinger, dessen Nachname im Alphabet zuerst kommt, eine hellere Hose, der Gegner eine dunklere. So können Zuschauer und Kampfrichter sie besser unterscheiden.
3. Griff
Zu Beginn eines Gangs geben sich die Schwinger respektvoll die Hand, dann wird gegriffen. Erst, wenn beide Schwinger fest am Gurt oder Gestöss des Gegners verankert sind, sagt der Kampfrichter: «Gut» und sie dürfen loslegen. Ziel ist, den Gegner durch Schwünge aus dem Gleichgewicht und auf den Rücken zu bringen. Der Sieg ist gültig, wenn der überlegene Schwinger mit mindestens einer Hand an der Schwinghose festhält und der Unterlegene den Boden resp. das Sägemehl mit beiden Schulterblättern oder zwei Drittel des Rückens berührt.
Lockern beide den Griff oder flüchtet einer oder beide aus dem Sägemehl, wird der Gang unterbrochen und die Gegner müssen in der Mitte frisch greifen. Gibt’s bis zum Ablauf der Gangdauer keinen Sieger, wird der Gang als «gestellt» und somit als unentschieden gewertet. Ein Gestellter wird leicht besser gewertet als eine Niederlage, aber deutlich schlechter als ein Sieg.
4. Schwung
Es gibt über 300 registrierte und reguläre Schwünge und Griffe, mit denen man Gegner aufs Kreuz legen kann. Die fünf Hauptschwünge sind: der Kurz, der Brienzer, der Bur, der Hüfter und der Übersprung. Viele Schwinger haben einen Lieblings-Schwung, mit dem sie ihre Gegner am erfolgreichsten zu Fall bringen.
5. Kampfrichter
Anders als bei vielen Sportarten gibt es beim Schwingen weder Videoentscheide noch Zeitlupenanalysen. Die Entscheidungen werden von Kampfrichtern auf Basis von Schwingregeln und gesundem Menschenverstand getroffen. Für ihren Einsatz erhalten Kampfrichter übrigens nur eine Spesenpauschale für die An- und Rückfahrt sowie für die Verpflegung während des Anlasses. Apropos Verpflegung: Wusstest du, dass ein Schwinger an einem Fest gut 8’000 Kalorien verbraucht? Das wären 10 Pizzas, 20 Bratwürste, 19.5 Kilo Rüebli oder ganze 115 Salatköpfe.
6. Schwingplatz
Die Wettkampfarena der Schwinger besteht aus 2 bis 7 mit Sägemehl bedeckten, kreisrunden Ringen. Der Durchmesser eines Rings ist von der Grösse der Veranstaltung abhängig und beträgt zwischen 8 und 14 Meter (fürs Eidgenössische). Je nach Platzgrösse werden bis zu 35 Kubikmeter loses und körniges Sägemehl in drei Schichten auf dem Boden verteilt, gründlich befeuchtet und flachgewalzt. Die Schichten müssen zusammen mindestens 15 cm hoch sein, der Rand sollte zudem flach nach aussen verlaufen. Durch das Wässern werden die Sägemehlkörner gebunden und die Staubentwicklung reduziert. Zudem steht auf jedem Schwingplatz ein Brunnen, an dem sich die Schwinger erfrischen und nach dem Kampf das Sägemehl abwaschen können.
7. Gabentempel
Im Gabentempel sind alle Sponsoren-Preise ausgestellt, die Schwinger an einem Schwingfest gewinnen können. Als Lohn für die Leistungen im Sägemehl dürfen sich die Schwinger am Ende des Tages – in der Reihenfolge ihrer Klassierung – ihren Preis aussuchen. Haushaltsgeräte, Landmaschinen, Möbel, Konzerttickets, Velos oder auch traditionelle Glocken – es gibt alles. Der Festsieger bekommt einen Lebendpreis, einen Muni (Stier). Diesen kann er mitnehmen oder sich den Gegenwert auszahlen lassen. Nach Entgegennahme seines Preises dankt jeder Schwinger den Spender*innen schriftlich, wenn möglich in Handschrift. Nur der Brünigschwinget hat keinen Gabentempel (da keine Sponsoren). Die Teilnehmenden bekommen stattdessen ein Preisgeld.
8. Böse
Manchmal werden Schwinger auch «Böse» genannt. Warum? Die guten Schwinger setzen beim Wettkampf oftmals sehr ernste Mienen auf und sind auch körperlich durchaus beeindruckende Erscheinungen. Daher nennt man umgangssprachlich alle Schwinger mit eidgenössischem Kranz auch gern die «Bösen».
9. Geschwür
Im Fussball gibt es den Angstgegner und im Schwingen eben die Geschwüre. Damit sind unangenehme Gegner gemeint, die sich durch grosse Standfestigkeit und einen tiefliegenden Körperschwerpunkt auszeichnen, schwer zu packen und noch schwerer aus dem Gleichgewicht zu bringen sind.
10. Ehrendamen
Kein Schwingfest ohne Ehrendamen. Sie sind zentraler Bestandteil der feierlichen Momente, repräsentieren Brauchtum und Kultur. Die Ehrendamen begrüssen die Festbesucher in regionalen, festlichen Trachten, laufen an Umzügen mit, überreichen bei Siegerehrungen die Eichenlaubkränze und werden von den Schwingern sehr geschätzt. Eine Ehrendame zu sein, wird als grosse Ehre und Herzensangelegenheit empfunden.
Dos and Don’ts – Verhalten an einem Schwingfest
Hier sind einige (ungeschriebene) Verhaltensregeln, die alle Teilnehmenden an einem Schwingfest befolgen. Wie viele kennst du bereits?
- Du bist mit allen per du. Egal, ob du dein Gegenüber kennst oder nicht.
- Alle tragen wetterfeste und bequeme Freizeitkleidung, Designermode und hohe Schuhe bleiben daheim.
- Regen- oder Sonnenschirme sind tabu, sie versperren die Sicht. Wenn es regnet: Pelerine
- Man nimmt Proviant mit (Wein, Wurst oder einen anständigen Salat, natürlich angemacht mit feiner Brunos Salatsauce) und teilt mit den Nachbarn links und rechts auf den Sitzplätzen.
- Abfall bleibt nicht liegen, sondern in Abfalleimern entsorgt oder mit nach Hause genommen.
- Ein Bier oder einen Weisswein geniessen gehört dazu, auch mal ein Kafi Schnaps am Morgen. Ein Stumpen oder eine Pfeife sind natürlich auch erlaubt.
- Du weisst über Zwischenresultate und aktuelle Rangliste bescheid.
- Der Gabentempel wird ausgiebig bestaunt und man sinniert, welchen Preis man wählen würde.
- Alle gehen fair und respektvoll miteinander um. Die Schiedsrichter oder Schwinger werden nicht ausgebuht oder ausgepfiffen.
- Spontane Juuzer zwischendurch sind erlaubt und erwünscht.
- Ein Schnupf und ein passender Spruch dazu gehen immer.
- Feldstecher oder Fernglas für bessere Sicht sind erlaubt und zeugen von echten Schwingfans.
- Englische Ausdrücke sind verpönt, man redet Buuredeutsch miteinander.
- Man kommt pünktlich, sowohl in den Zuschauerraum als auch in den Ring. Und niemand geht vor dem Schlussgang nach Hause.
Falls du mehr übers Schwingen wissen möchtest, lies einfach unseren anderen spannenden Blogbeiträge.