Der «Sand-Bruno» und seine erste Sauce

Die Erfolgsgeschichte begann ganz bodenständig und bescheiden in einem beschaulichen Landgasthof in Kerns. Mit grosser Leidenschaft brachten Bruno und Hildegard Arnold die Französische Sauce als erstes Produkt unter die Leute.

So ganz genau weiss heute niemand mehr, wann die eigentliche Geburtsstunde von Brunos Salatsaucen geschlagen hat. Sicher ist hingegen, dass bereits 1998 die Französische Salatsauce im Landgasthof Sand in Kerns «über die Gasse» verkauft wurde. Die raffinierte Sauce war eine Eigenkreation von Gastgeber und Küchenchef Bruno Arnold. Die delikate Spezialität des Hauses sprach sich unter den Gästen schnell herum. Die immer grösser werdende Nachfrage überraschte selbst Bruno und Hildegard Arnold. Allmählich reichten die 25-Liter-Kessel für die Zubereitung nicht mehr aus, um den steigenden Bedarf zu befriedigen. Aus der anfänglich eher nebenbei zubereiteten Hausspezialität wurde ein Verkaufsschlager. Im betriebseigenen Lädeli machte der Anteil dieses einen Produktes bereits zehn Prozent des Jahresumsatzes aus.

Zunehmend wurden neue Bezugskanäle für die 1-Liter-Flaschen nötig. Bruno Arnold studierte entsprechende Inserate, erkundigte sich bei anderen Produzenten und wurde schliesslich fündig. Ein Hersteller in Uster verkaufte ihm 600 Flaschen. Doch auf der Heimfahrt schwante Bruno Arnold Böses. Die Flaschen waren zwar da, aber es fehlten die Deckel. Ein Anruf bei der Firma offenbarte, dass sie Flaschen, aber keine Deckel produzieren. Die Suche begann von Neuem. Zur Erleichterung von Bruno Arnold fand er schliesslich in Basel einen Anbieter und die Produktion konnte ohne Unterbruch weiterlaufen.

Der Landgasthof an der Verbindungsstrasse zwischen Kerns und Stans war für seine gutbürgerliche Küche auch weit ausserhalb der Kantonsgrenze bekannt. Zum Betrieb gehörten neben dem Restaurant ein Hotel mit sieben Zimmern, ein Campingplatz, eine Bar und ein Lädeli. Der Gasthof spannte das Wirtepaar Arnold so stark ein, dass sich die beiden nach 25 Jahren entschieden, den Betrieb zu verpachten und sich neu zu orientieren. Mitentscheidend war auch ein folgenschwerer Unfall von Sohn Rony, der als Nachfolger vorgesehen war. Statt die geplante Kochlehre im renommierten Bellevue Palace in Bern anzutreten, musste er eine langwierige Reha im Paraplegikerzentrum Nottwil machen.

«Am Anfang haben wir die Saucen Handgelenk mal Pi gemacht. Ich war immer die Testerin. Dann sagte ich Bruno beispielsweise, dass sie letzte Woche besser war. Und dann meinte er: „Gut, dann wiegen wir die Zutaten in Zukunft ab.“»
Hildegard Arnold

2001 wurde der Landgasthof verpachtet. Im Jahr darauf änderte Bruno Arnold die Einzelfirma des Gastronomie- und Hotelleriebetriebs zu «Bruno’s Best, Bruno Arnold» und gründete 2005 die Aktiengesellschaft «Bruno’s Best AG».
Nach Verfeinerung der Rezeptur intensivierte Bruno Arnold die Produktion und verlagerte diese nach Sarnen. In einem Lagergebäude an der Kägiswilerstrasse 18 produzierte er mit vier Teilzeitmitarbeitenden auf 200 Quadratmetern und füllte gut 30’000 Flaschen in diesem ersten Jahr ab. 2002 verfügte das Verteilnetz bereits über 50 Verkaufsstellen, vornehmlich im Raum Zentralschweiz, und es wurde immer grösser. Auf einer Landkarte im Büro steckte Bruno Arnold je nach Tour rote, gelbe und blaue Stecknadeln ein. Die kleinen Lädeli waren ihm die liebsten. Der persönliche Kontakt, das Gespräch auf Augenhöhe, das Diskutieren und Überzeugen, in jedem Laden von Neuem. Das liebte Bruno Arnold. Da war er ganz der gewiefte, aber auch grundehrliche, bodenständige und von seinem Produkt überzeugte Verkäufer. Die anfängliche Skepsis einiger Vertriebspartner blieb dem Saucenproduzenten nicht verborgen: Eine Fertigsauce und dann noch zu diesem Preis? Schon damals kostete der Halbliter um die 5 Franken. Doch Bruno Arnold wusste mit den Argumenten Frische, Qualität und Regionalität der Zutaten zu überzeugen. Mit frischen Zwiebeln und frischem Knoblauch zubereitet. Wie hausgemacht – auch daran hat sich bis heute nichts geändert.

Bruno Arnold wusste aus der Gastronomie, wie er auf das Verkaufspersonal zuzugehen hatte, um ihnen die Salatsauce schmackhaft zu machen. Grosszügig drückte er den Verkäuferinnen jeweils eine Flasche in die Hand, damit sie diese daheim testen und im Familienkreis weiterempfehlen könnten. So wuchs das Vertrauen. Mehrseitige Vertragsmodalitäten mit den Vertriebspartnern gab es keine, die Zusammenarbeit wurde mit einem Handschlag besiegelt.

Zwei bis drei Tage in der Woche wurde produziert. An den anderen Tagen lieferte Bruno Arnold die frischen Saucen aus. Mit einem bis unters Dach gefüllten Subaru-Bus in Mini-Ausgabe aber mit maximaler Auslastung bei einer eigentlich zugelassenen Nutzlast von 500 Kilogramm. Währenddessen hat Hildegard Arnold die Salatsauce an Messen und Degustationen erfolgreich unter die Leute gebracht und so wesentlich dazu beigetragen, dass die Produkte von Bruno’s Best immer bekannter und beliebter wurden.

Bruno Arnold hatte von Anfang an auf die richtigen Partner gesetzt: Mit Coldebella in Stans, dem Arnold Zentrums-Markt in Altdorf und mit Friedlis Markthalle unter der Egg in Luzern und im Emmen-Center fand er die ersten Abnehmer seiner Salatsauce. Kunden der ersten Stunde, die bis heute freundschaftlich mit dem Unternehmen Brunos und der Familie Arnold verbunden sind.

Bald erreichten die ersten Läden einen wöchentlichen Absatz von 150 bis 200 Flaschen. Die zunehmende Nachfrage erforderte grössere Kapazitäten. Doch die auf Handarbeit ausgerichtete Produktion stiess an ihre Grenzen: Der Zapfhahn der Milchkanne hatte eine Abfüllleistung von gut 60 Litern pro Stunde.

Da war bei den Mitarbeitenden Geduld gefragt. Wie auch bei der Beschriftung der Flaschen. Mit der Anschaffung einer halbautomatischen Abfüllanlage 2002 stieg die stündliche Abfüllkapazität auf immerhin 300 Liter. Bis zu 10’000 Etiketten klebten sie pro Woche auf die Flaschen – alle von Hand.

«Natürlichkeit und Einfachheit zeichnen die Sauce aus. Viele waren skeptisch: Frische Zwiebeln und frischer Knoblauch – das gärt doch in der Flasche. Aber das war die Basis für den Erfolg: Dass man etwas gewagt und anders gemacht hat als die anderen Produzenten auf dem Schweizer Markt.»
Bruno Arnold

Ganz der Unternehmer, der Wert legt auf persönlichen Kontakt, plante Bruno Arnold erst, nur einen Laden pro Dorf mit Brunos Salatsaucen zu versorgen. Doch das schnelle Wachstum der Marke Bruno’s Best und die steigende Nachfrage aus der ganzen Schweiz erforderte neue Vertriebskanäle. 2006 folgte einer der grössten Meilensteine in der bisherigen Entwicklung des Familienunternehmens – die Zusammenarbeit mit Coop Zentralschweiz, eingefädelt von Rony Arnold. Doch das ist eine andere Geschichte.

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